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Sillian-Marchkinkele: steil, technisch - Gipfelglück

steinwandtermanuel
30. Juli
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 31. Juli

🚵‍♂️ Distanz: ca. 34 km

⏱️ Fahrzeit: ca. 3h

⬆️ Höhenmeter: ca. 1460 m

⛰️ Höchster Punkt: 2502 m

🟢 Schwierigkeit: sehr anspruchsvoll





Diese Tour beginnt harmlos im Tal und endet dort, wo die Luft dünner, die Beine ehrlicher und die Ausreden deutlich kreativer werden. Von Sillian rollt man zunächst Richtung Winnebach. Ab dort gehts rechts bergauf , beim Feuerwehrhaus und der Kirche vorbei nach Jaufen, weiter bis zur Silvesteralm, hinauf zum Strickberg und zum Marchkinkele. Oben wartet nicht nur ein großartiger Gipfelblick, sondern auch eine kleine Schutzhütte in einem alten Bunker. Ja, richtig gelesen: Gipfeljause mit Festungs-Flair. Das hat Stil.


Für alle, die Mountainbike Osttirol und Südtirol in einer Tour erleben wollen, ist diese Runde ein echtes Schmankerl. Sie verbindet Talrollen, Almauffahrt, ruppige Militärstraße und Gipfelgefühl zu einer kompakten, aber fordernden Mountainbike-Strecke.



Von Sillian nach Winnebach rollt sich die Tour warm


Der Start in Sillian ist angenehm. Man fährt über den Radwegn Richtung Winnebach, meist noch ohne großes Drama. Die ersten Kilometer eignen sich perfekt, um die Beine auf Betriebstemperatur zu bringen und innerlich so zu tun, als wäre heute alles ganz locker.



Ab Winnebach ändert sich die Stimmung. Die Strecke kippt bergauf, und zwar nicht nur ein bisschen. Jetzt beginnt der eigentliche Arbeitsteil.



Ab Winnebach wird es steil, ehrlich und ziemlich schön


Von Winnebach geht es hinauf, vorbei an der Kirche, weiter nach Jaufen, Richtung Silvesteralm. Die Auffahrt ist lang, gleichmäßig fordernd und stellenweise richtig steil. Hier zeigt sich schnell, ob man die ersten Kilometer clever gefahren ist. Wer unten schon den Bergkönig spielt, darf oben vielleicht den Wandertag mit Radbegleitung eröffnen.


Die Strecke führt durchs Gelände, mit schönen Blicken zurück ins Tal und hinüber Richtung Südtirol. Der Untergrund bleibt bis zur Silvesteralm noch gut fahrbar, trotzdem sollte man die Steigungsprozente ernst nehmen. Es gibt Passagen, in denen der Puls anklopft.


Die Silvesteralm ist ein guter mentaler Zwischenpunkt. Nicht zwingend das Ende der Arbeit, eher der Moment, in dem die Tour sagt: „Schön, dass du da bist. Jetzt wird es interessant.“




Ab der Silvesteralm beginnt die technische Prüfung


Nach der Silvesteralm folgt der spannendste Teil der Tour. Über die alte Militärstraße geht es weiter Richtung Strickberg und Marchkinkele. Hier wird der Untergrund deutlich anspruchsvoller. Der Weg ist rauer, steiniger und technisch fordernder. Loser Schotter, grobe Steine und wechselnde Linien verlangen saubere Fahrtechnik.


Das ist kein Abschnitt zum Träumen. Der Blick ist zwar großartig, aber die Vorderradlinie ist wichtiger. Wer hier zu lange in die Ferne schaut, lernt vielleicht spontan neue Dialekte des Fluchens. Also lieber kurz stehen bleiben, Aussicht genießen, Foto machen, weiterkurbeln.


Gerade bergauf braucht es auf der Militärstraße eine gute Mischung aus Kraft, Balance und Geduld. Manche Rampen sind sehr steil. Wer sauber sitzt, gleichmäßig tritt und nicht hektisch wird, kommt besser durch.



Über den Strickberg zum Marchkinkele


Oberhalb der Silvesteralm öffnet sich das Gelände immer mehr. Richtung Strickberg wird die Tour hochalpin. Die Vegetation zieht sich zurück, die Aussicht wird größer, und jeder Höhenmeter fühlt sich verdient an. Hier zeigt sich, warum diese Strecke so besonders ist: Sie liegt genau in diesem spannenden Grenzraum zwischen Osttirol und Südtirol.



Die Kombination aus Villgrater Berge, Radfahren, Südtirol und Osttiroler Höhenluft macht die Tour landschaftlich richtig stark. Man spürt die Nähe zur Grenze, die Geschichte der alten Militärwege und die Weite der Berge. Gleichzeitig bleibt die Strecke sportlich: Es geht weiter bergauf, und der Untergrund schenkt nichts her.


Kurz vor dem Ziel ist der Gipfel schon greifbar. Das Marchkinkele wirkt nicht wie ein lieblicher Aussichtshügel, sondern wie ein würdiger Schlusspunkt nach einer ordentlichen Bergprüfung. Oben auf rund 2.502 m ist dann der Moment da, auf den man hingearbeitet hat: Rad abstellen, durchatmen, schauen, grinsen.



Die Bunker-Schutzhütte am Gipfel ist die beste Pointe


Am Marchkinkele wartet eine Besonderheit, die man nicht jeden Tag erlebt: eine kleine, bewirtschaftete Schutzhütte in einem alten Bunker. Nach einer steilen und technischen Auffahrt wirkt das fast surreal. Man steht am Gipfel, schaut über die Berge und bekommt dazu die wahrscheinlich ungewöhnlichste Einkehr der Tour.



Das passt perfekt zu dieser Strecke. Sie ist sportlich, geschichtsträchtig und landschaftlich groß. Der alte Bunker erinnert daran, dass diese Wege nicht zum Spaß gebaut wurden. Heute liefern sie dafür ein außergewöhnliches Mountainbike-Erlebnis. Ein friedlicher Perspektivenwechsel, mit Aussicht und vielleicht einem Getränk in der Hand.


Die Abfahrt erfolgt im Wesentlichen über die gleiche Strecke. Dabei gilt: Nicht unterschätzen. Was hinauf technisch war, bleibt hinunter anspruchsvoll. Die Militärstraße fordert Konzentration, gute Bremskontrolle und saubere Linienwahl. Wer hier zu schnell wird, spart keine Zeit, sondern sammelt Adrenalin in der falschen Währung.


Tipps für die Tour


  • Akku voll laden: Ohne volle Batterie wird die Tour zur Qual. Auf dem Berg gibt es keine Ladestation.

  • Fahrtechnik: Die Strecke hat einige anspruchsvolle Passagen. Ein sicherer Umgangmit dem MTB/E-Bike ist Pflicht

  • Wasser auffüllen: Genügend Wasser mitnehmen. Wasserfüllstellen bitte dem 🔗 entnehmen

  • Wetter checken: In den bergen kann das Wetter schnell umschlagen. Regenjacke mitnehmen.




Kurzes Fazit zur Tour


Sillian, Winnebach, Silvesteralm, Strickberg und Marchkinkele ergeben eine kompakte, knackige und großartige Mountainbike-Tour. Die 34 km klingen überschaubar, aber die rund 1.460 Höhenmeter, die steilen Rampen und der technische Untergrund ab der Silvesteralm machen daraus eine echte Bergfahrt.


Wer gute Kondition, sichere Fahrtechnik und Lust auf etwas Abenteuer mitbringt, wird diese Strecke lieben. Sie liefert alles, was eine starke Mountainbike-Tour braucht: Anstieg, Aussicht, Anspruch, Geschichte und am Ende eine Bunker Schutzhütte am Gipfel. Mehr Charakter passt kaum auf 34 km.



 
 
 

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