Von Heinfels zur Drei-Schuster-Hütte
📍 Start: Heinfels
🚵♂️ Distanz: ↔️ 45km
⏱️ Fahrzeit: ca. 2,5h
⬆️ Höhenmeter: ca. 620m
⛰️ Höchster Punkt: 1.630m
🟢 Schwierigkeit: mittel

Manchmal beginnt eine richtig schöne Radtour nicht mit großem Drama, sondern mit einem leisen Rollen aus dem Ort hinaus. Genau so starten wir in Heinfels. Vor uns liegt die Strecke über Innichen Richtung Sexten und hinauf zur Dreischusterhütte.
Von Heinfels nach Innichen starten wir gemütlich

Wir starten in Heinfels, mit Blick auf die Berge und das Pustertal vor der Nase. Die ersten Kilometer führen uns Richtung Sillian und weiter zur italienischen Grenze. Das ist ein angenehmer Einstieg, weil die Strecke hier recht gut rollt.
Nach der Grenze geht es weiter Richtung Innichen. Dieser Abschnitt ist ideal, um in den Rhythmus zu kommen. Die Drau begleitet uns und die Gegend, die Orte wirken ruhig, links und rechts von Bergen umgeben. Für mich ist das einer dieser Abschnitte, bei denen ich automatisch langsamer werde, obwohl ich eigentlich flott weiterfahren könnte.
Innichen ist dann ein schöner Zwischenpunkt. Nicht hektisch, aber lebendig genug, um kurz durchzuschnaufen und sich zu orientieren. Von hier ändert sich das Gefühl der Tour. Bis jetzt war es eher gemütliches Hineinrollen. Ab jetzt zieht die Strecke langsam hinein ins Südtiroler Bergkino.
Weiter Richtung Sexten wird es immer schöner

Ab Innichen fahren wir Richtung Sexten. Die Strecke führt ins Sextental, und hier zeigt Südtirol ziemlich klar, warum Radfahren Südtirol so beliebt ist. Es ist diese Mischung aus sauberer Luft, weiten Blicken, steilen Felswänden und kleinen Orten.
Die Straße steigt jetzt spürbar an, aber nicht gemein. Eher so, als würde sie sagen: „Komm schon, ein bisschen darfst du schon mitarbeiten.“

Bevor es Richtung Innerfeldtal und Dreischusterhütte geht, könnte man nochmal einen anständigen Schluck aus der Trinkflasche nehmen und etwas Kraft tanken. Wer gemütlich unterwegs ist, sollte hier nicht auf die Uhr schauen. Diese Tour gewinnt nicht, wer sie am schnellsten abhakt. Sie gewinnt, wer zwischendurch stehen bleibt und sich denkt: „Ja, genau dafür bin ich heute losgefahren.“
Ab der Schranke wird die Straße schmaler und ernster

Der spannendste Teil beginnt Richtung Innerfeldtal. Ab der Schranke wird die Straße zur Dreischusterhütte schmaler. Und genau hier wechseln wir innerlich vom Ausflugsmodus in den Aufmerksamkeitsmodus. Die Landschaft ist wunderschön, keine Frage. Die Ruhe ist großartig. Aber die Straße ist eben nicht sehr breit, und es fahren auch Autos.
Das ist kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, nicht zu träumen wie ein Murmeltier in der Mittagspause. Wir fahre hier bewusst rechts, und rechnen in Kurven mit Gegenverkehr.
Unter Mountainbike Dreischusterhütte würde ich diese Runde als sehr lohnend einordnen, aber nicht als völlig sorglos. Langsam fahren, schauen, hören, Platz machen. Das reicht meistens schon.
Oben wartet die Dreischusterhütte mit Ruhe und Aussicht

Die Dreischusterhütte liegt wunderbar im Innerfeldtal, eingebettet in eine Kulisse, die ziemlich viel kann. Felsen, Wald, Wiesen, klare Bergluft. Ich mag dort besonders die Ruhe. Nicht diese künstliche Ruhe, sondern echte Bergstille. Ab und zu ein Vogel, ein paar Schritte, vielleicht Stimmen von Wanderern. Mehr braucht es nicht.

Im Sommer ist die Hütte geöffnet und lädt zur Einkehr ein. Die Öffnungszeiten können je nach Saison und Wetter variieren, deshalb schaue ich vorher immer kurz bei der Hütte oder bei der Tourismusinformation der Drei Zinnen Region nach. Sicher ist sicher. Oben anzukommen und dann vor verschlossener Tür zu stehen, ist ungefähr so lustig wie ein Regenschauer genau beim Losfahren.
Die Abfahrt braucht Aufmerksamkeit

Bei der Abfahrt kommt noch ein besonderer Punkt dazu: Der Verkehr wird über eine Ampel geregelt. Das ist praktisch, weil die Straße schmal ist und Gegenverkehr sonst schnell gefährlich wird. Auch ein Shuttlebus fährt die Strecke den ganzen Tag auf und ab.
Bergab ist die Strecke verführerisch. Man ist schnell, die Kurven machen Spaß, und der Heimweg fühlt sich leichter an. Trotzdem bleiben wir vorsichtig. Autos, Wandernde, Kurven und wechselnder Untergrund gehören hier einfach dazu. Lieber kontrolliert runterrollen und die Landschaft noch einmal mitnehmen, als unten anzukommen und zu merken, dass man die halbe Schönheit verpasst hat.
Mein Fazit zur Tour
Die Strecke von Heinfels über Innichen Richtung Sexten zur Dreischusterhütte ist für mich eine richtig schöne Mischung aus Genuss und Natur. Der erste Teil rollt angenehm, Richtung Sexten wird es landschaftlich immer stärker, und das Innerfeldtal setzt am Ende noch einmal ordentlich Stimmung drauf.
Mein Tipp ist simpel: genug Zeit nehmen, nicht hetzen, die schmale Straße ab der Schranke ernst nehmen und die Ampel bei der Abfahrt respektieren. Dann wird aus der Tour kein Kraftakt, sondern ein richtig feiner Tag am Rad. Und ganz ehrlich, wenn Berge so ruhig dastehen, sollte man ihnen auch die paar Minuten geben, die sie verdienen.

Zum Abschluss unserer Tour lassen wir es uns nicht nehmen und gönnen uns noch eine Pizza im Restaurant-Pizzeria-Bar PustraAlm in Arnbach. Sie liegt direkt neben dem Radweg und läd zur Einkehr ein. Besonders an so schönen Tagen belohnt die wunderschöne, sonnengelegene Terrasse zusätzlich. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!




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