Rennrad/Gravel-Bike Runde Danta di Cadore ab Heinfels
- steinwandtermanuel
- vor 1 Tag
- 4 Min. Lesezeit
🚵♂️ Distanz: 105 km
⏱️ Fahrzeit: 4-5 h, je nach Kondition😉
⬆️ Höhenmeter: 1600 m
⛰️ Höchster Punkt: Kreuzbergpass 1636 m
🟢 Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll

Diese Rennrad Runde Danta di Cadore ab Heinfels ist eine richtig schöne Grenzgänger-Tour. Erst rollst du durch Osttirol Richtung Südtirol, dann über Sexten rauf zum Kreuzbergpass, runter nach Dosoledo, ins italienische Comelico, weiter nach Danta di Cadore und über Padola wieder zurück. Klingt nach Dolce Vita, fühlt sich stellenweise aber eher nach „Warum hab ich gestern noch Nachschlag genommen?“ an.
Die Strecke in einem Satz
Von Heinfels geht’s über Sillian, Innichen und Sexten hinauf zum Kreuzbergpass, dann hinunter Richtung Dosoledo, San Nicoló di Comelico, weiter nach Danta di Cadore, zurück über Padola, wieder über den Kreuzbergpass und über Sexten, Innichen und Sillian zurück nach Heinfels.
Das ist keine ultrabrutale Alpenprüfung, aber eine ehrliche Runde. Die Anstiege sind lang genug, damit die Oberschenkel mitreden wollen, aber nicht so steil, dass man sein Rad in eine Kuhweide werfen möchte.

Abschnitt 1 von Heinfels nach Innichen
Der Start in Heinfels ist angenehm. Du rollst über den Drauadweg Richtung Sillian und weiter über die Grenze nach Italien. Bis Innichen bleibt alles noch recht freundlich. Die Beine werden warm, der Puls sortiert sich, und du kannst so tun, als wärst du heute nur wegen der Landschaft unterwegs.

Abschnitt 2 von Innichen über Sexten zum Kreuzbergpass
Ab Innichen geht’s Richtung Sexten. Die Straße steigt zuerst angenehm, dann spürbarer. Sexten ist ein guter mentaler Marker, denn ab hier weiß man: Jetzt kommt der Pass, nicht nur ein Hügel mit Größenwahn.
Der Kreuzbergpass ist mit 1.636 m der höchste Punkt der Runde. Der Anstieg ist auf dem Rennrad gut fahrbar, aber er zieht sich.
Mit dem Gravelbike geht’s natürlich auch, solange du auf der Straße bleibst. Breitere Reifen machen die Abfahrten entspannter, kosten bergauf aber ein bisschen Spritzigkeit. Es ist wie immer: Irgendwas ist immer, sonst wär’s ja Schach.
Oben lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Nicht zu lang, sonst merken die Beine, dass sie Pause haben könnten.

Abschnitt 3 runter nach Dosoledo und weiter nach Danta di Cadore
Vom Kreuzbergpass rollst du hinunter nach Dosoledo. Die Abfahrt macht Laune, aber bitte sauber fahren. Es gibt Kurven, Verkehr und manchmal diese kleinen italienischen Straßenmomente, bei denen man kurz denkt: „Ah, spannend.“

Von Dosoledo geht’s weiter Richtung Danta di Cadore. Danta liegt höher als Dosoledo, also gibt’s wieder Kletterei. Nicht endlos, aber genug, um aus einem lockeren Rollen wieder echte Arbeit zu machen.
Danta selbst ist ein hübscher, ruhiger Ort. Genau richtig für einen kurzen Stopp, einen Schluck aus der Flasche, am Brunnen auffüllen und den Gedanken: „Okay, ich bin freiwillig hier raufgefahren. Interessantes Hobby.“


Abschnitt 4 zurück über Padola, Kreuzbergpass und Innichen nach Heinfels
Nach Danta geht’s wieder runter Richtung Padola. Klingt gut, ist gut. Vorher kurz noch einen Abstecher auf den San Antonio Pass. Dann wartet der zweite große Teil der Rechnung: der Rückweg über den Kreuzbergpass.

Von Padola zur Passhöhe sind es grob 400 hm. Das ist machbar, aber nach den bisherigen Kilometern merkt man jeden Meter. Hier zeigt sich, ob du sauber gegessen und getrunken hast oder ob du bisher nur mit Optimismus gefahren bist. Optimismus hat leider wenig Kohlenhydrate.
Oben ist der gröbste Teil geschafft. Danach rollst du über Sexten und Innichen zurück Richtung Sillian und weiter nach Heinfels. Der Rückweg ist nicht völlig geschenkt, aber im Vergleich zum Pass eher die Phase, in der man schon wieder freundlich zur Welt wird.
Meine kurze Einschätzung
Diese Runde ist perfekt, wenn du eine größere Rennradtour Südtirol mit Osttirol-Start suchst, ohne gleich einen ganzen Giro-Etappenplan nachzubauen. Sie verbindet lange Rollstücke, schöne Anstiege, schnelle Abfahrten und einen feinen Italien-Schlenker.
Am besten passt sie für dich, wenn du:
rund 100 km gut fahren kannst
längere Anstiege magst oder zumindest akzeptierst
gern über Grenzen rollst, statt nur um den Hausberg zu kreisen
nach der Tour ein echtes Essen verdient haben willst
Nicht unterschätzen solltest du den Rückweg über den Kreuzbergpass. Der ist nicht gemein, aber er kommt spät. Und späte Anstiege haben oft den Humor eines Finanzamtsbriefs.

Tipps für die Tour
Genug Wasser und Energie: zwei volle Trinkflaschen ab Start, bei jeder Gelegenheit auffüllen. Am besten eine Flasche mit Elektrolyte versetzt. Riegel und Gels für den zusätzlichen Energiekick.
Wettercheck: Windweste für die Abfahrten
Technische Reserven: Licht, rotes Rücklicht am Rad ist Pflicht auf den Straßen, genug Luftdruck

Einkehr zum Schluss
Als Belohnung passt Da Marco in Innichen wunderbar. Erst die Runde, dann was zum Essen und Trinken um die Speicher wieder zu füllt. Nach rund 105 km und etwa 1.600 hm schmeckt dort ziemlich sicher sogar ein Glas Wasser wie ein kleines Festbankett.
Mein Fazit: schöne, fordernde Runde mit Grenzgefühl, Passhöhe und italienischem Abstecher. Kein Spaziergang, aber genau deshalb gut. Und wenn die Beine danach jammern, sag einfach: „Beschwert euch bei Danta.“




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